Schuldner – redlich befreit oder stärker bestraft?

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Bis zur Restschuldbefreiung gibt es sechs Jahre, in denen ein Insolvenzschuldner mit dem Makel des Scheiterns nicht nur gesellschaftlich gebrandmarkt ist. Pfändungen bis zum Existenzminimum, ein Schufa-Eintrag, der die Teilnahme am normalen Wirtschaftsleben sehr erschwert, Selbstauskünfte für Wohnungsanmietungen, die nach einer Insolvenz , aber nicht nach einer Straftat fragen, ein Konto ist schwer zu bekommen und potentielle Arbeitgeber schrecken vor den Pfändungen des Mitarbeiters zurück. Alles Symptome unsichtbarer Einschränkungen, die das Leben begleiten. Ist ein Insolvenzschuldner besser oder schlechter gestellt als ein Straftäter? Die genaue Betrachtung einiger Straftaten wirft hier viele Fragen auf.

Handschellen Laut § 17 InsO ist der allgemeine Eröffnungsgrund für ein Insolvenzverfahren die Zahlungsunfähigkeit. Wird der Antrag vom Schuldner selbst gestellt, gibt er öffentlich an, dass er nicht in der Lage ist, seine fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Nun gibt es viele Gründe, warum ein Schuldner in diese Lage geraten ist. Beispielsweise könnte ein Grund sein, dass er als Selbständiger krank geworden ist, sein Betrieb ohne seine Arbeitskraft nicht ausreichend funktioniert und er neben diesem Verdienstausfall hohe Kosten für Zusatztherapien zu leisten hat. Ein anderer Grund könnte sein, dass er eine „ehrliche“ Fehlentscheidung getroffen hat, die dazu führt, dass seine persönliche Wirtschaftslage ins Schwanken kommt. Es könnte sein, dass er Opfer von Betrügereien geworden ist und dass die Verhandlungszeiträume für Gerichtsfälle so lang sind, dass bevor entschieden worden ist, ob er im Recht ist oder nicht, er inzwischen schon zahlungsunfähig geworden ist. Es könnte sein, dass er Bürgschaften für jemand anderen abgegeben hat, der seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Es könnte sein, dass viele seiner kleineren Kunden aufgrund der Marktlage insolvent geworden sind, und dass er dadurch aus dem Gläubigerdasein ins Schuldnerdasein rutscht. Es könnte sein, dass er an mangelndem Selbstwertgefühl leidet, sich über Materielles identifiziert und somit mit Konsum-Missbrauch in die Schieflage gerät. Es könnte aber auch sein, dass er ein Krimineller ist, der bewusst Insolvenzen herbeiführt, um sich persönlich darüber zu bereichern.

Würde hier das Strafgesetzbuch Anwendung finden, so wäre es laut § 46 StGB Abschnitt 2 wichtig, dass das Gericht beim Finden des hierfür anzuwendenden Strafmaßes beispielsweise

 

  • die Beweggründe und die Ziele des Täters,
  • die Gesinnung, die aus der Tat spricht, und der bei der Tat aufgewendete Wille, das Maß der Pflichtwidrigkeit,
  • die Art der Ausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat,
  • das Vorleben des Täters, seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie
  • sein Verhalten nach der Tat, besonders sein Bemühen, den Schaden wiedergutzumachen, sowie das Bemühen des Täters, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen. abwägt. Strafen können nach diesen Kriterien entweder reduziert oder zur Bewährung ausgesetzt werden.

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Mark Twain und die Betrachtung der deutschen Sprache

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Mark Twain und die Betrachtung der deutschen Sprache

Mark Twain, mit bürgerlichem Namen Samuel Langhorne Clemens, wurde am 30. November 1835 in Florida, in den USA geboren. Berühmt geworden ist er als Autor der Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Sein Pseudonym stammt aus der Seemannssprache und bedeutet "2 Faden" (Wassertiefe). Was das zu bedeuten hat, kann man bei diesem berühmten Schriftsteller wohl denken.

Ich war schon immer eine Bewunderin seiner pointierten Bemerkungen zur deutschen Sprache. Als Engländerin habe ich die deutsche Sprache nämlich auch mit viel Mühe erlernt. Mark Twain begann seine Reden in Deutschland und Österreich immer mit einer Entschuldigung, dass Deutsch nicht seine Muttersprache sei. Es ist wenig bekannt, dass er jedoch die deutsche Sprache sehr gut beherrschte. So gab er bei einer Rede am 21. November 1897 vor dem Presse-Club in Wien von sich: “Mit einem Wort, meine Herren, ich möchte Ihre geliebte Sprache vereinfachen, auf daß, meine Herren, wenn Sie sie zum Gebet brauchen, man sie dort oben versteht.“ Ganz besonders liebe ich seine Ausführung zur deutschen Handhabung der Übersetzung des Wortes „Englishman“ in seinem berühmten Aufsatz „Die schreckliche deutsche Sprache“. Er schreibt, dass die Deutschen mit „Englischman“ den Engländer bezeichnen und dass, wenn sie das Geschlecht des Wortes verändern wollen, um auf eine Frau hinzuweisen, sie wie üblich das Suffix „in“ hinzufügen. Allerdings beanstandet er, dass dies für die Deutschen nicht ausführlich genug ist. Sie benutzen dann nämlich noch einen zusätzlichen Artikel - also „die Engländerin“, was ins Englische zurückübersetzt dem Wortgebilde „die sie-Englisch-Frau“ gleichen würde.
Mit einer gewissen Portion Satire bemerkt er dann, dass er der Meinung ist, die Person sei dann etwas überbeschrieben!

 

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BenQ: Zeit zum Nachdenken?

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BenQ: Zeit zum Nachdenken?

von Anne Koark


Eine Firma verkauft seine Anteile an einem für sich nicht mehr rentablen Geschäft. Dieses Geschäft geht später kaputt. Die Politik will nun die Feuerwehr spielen. Alle reden von einer moralischen Verpflichtung Arbeitsplätze in Deutschland zu belassen und Patente zu schützen. Ist es nicht nun vielmehr an der Zeit, dass die Politik sich mit der Wirtschaft zusammensetzt – dieses Mal nicht nur mit den großen Firmen, sondern auch mit den kleinen Firmen, die unseren Markt ausmachen und überlegen, was man dafür tun kann, dass das Unternehmertum in Deutschland nicht nur bleibt, sondern aktiv gefördert wird. Globalisierung – das Schimpfwort schlechthin – kann eine Riesenchance sein, wenn man diese wertfrei analysiert und von einander lernt, was alles möglich sein kann, um Forschung in Firmen zu fördern, um Innovation zu fördern, so dass sich weg brechende Geschäftszweige durch neue marktfähige Geschäftszweige ersetzt. Seit Jahren geht das Interesse an einer echten Investition in Deutschland seitens der Regierung und auch seitens ausländischer Investoren zurück. Deutschlands Politiker fordern die moralische Verpflichtung der Unternehmer hier zu bleiben und tun geradezu nichts dafür, dass ein Unternehmertum in Deutschland konkurrenzfähig bleiben kann. Enorm hohe Lohnnebenkosten, übertriebene bürokratische Regularien, hohe Versteuerungen machen den Markt uninteressant.

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