9,2 % weniger Unternehmens­insolvenzen im 1. Halbjahr 2014

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Pressemitteilung Nr. 315 vom 05.09.2014:

WIESBADEN – Im ersten Halbjahr 2014 meldeten die deutschen Amtsgerichte 12 032 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 9,2 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen) gab es im ersten Halbjahr 2014 mit 2 290 Fällen die meisten Unternehmensinsolvenzen. 2 033 Insolvenzanträge stellten Unternehmen des Baugewerbes. Im Wirtschaftsbereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 1 395 Insolvenzanträge gemeldet. 

Die voraussichtlichen offenen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen beliefen sich nach Angaben der Amtsgerichte im ersten Halbjahr 2014 auf rund 14,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2013 hatten sie bei rund 10,4 Milliarden Euro gelegen. Der Anstieg der Forderungen – bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen – ist darauf zurückzuführen, dass die Gerichte im ersten Halbjahr 2014 mehr Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen registrierten als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 56 071 übrige Schuldner im ersten Halbjahr 2014 Insolvenz an (– 2,9 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum). Darunter waren 43 955 Insolvenzanträge von Verbrauchern (– 3,8 %) und 10 120 von ehemals selbstständig Tätigen (+ 0,8 %), die ein Regelinsolvenzverfahren beziehungsweise ein vereinfachtes Verfahren durchlaufen.

Beantragte Unternehmensinsolvenzen nach Wirtschaftszweigen
in Deutschland
1. Halbjahr 2014
WirtschaftszweigVerfahren insgesamt
Anzahl
Insgesamt 12 032
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 82
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 4
Verarbeitendes Gewerbe 906
Energieversorgung 95
Wasserversorgung; Abwasser und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen 43
Baugewerbe 2 033
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 2 290
Verkehr und Lagerei 859
Gastgewerbe 1 122
Information und Kommunikation 370
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 324
Grundstücks- und Wohnungswesen 398
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen 1 395
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 1 063
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung
Erziehung und Unterricht 115
Gesundheits- und Sozialwesen 246
Kunst, Unterhaltung und Erholung 273
Sonstige Dienstleistungen 414

 

Beantragte Insolvenzverfahren in Deutschland
Gegenstand der Nachweisung 1. Halbjahr
2014
Veränderung
gegenüber
1. Halbjahr 2013
in %
Juni
2014
Veränderung
gegenüber
Juni 2013
in %
1 Vereinfachte Verfahren und Regelinsolvenzverfahren.
Insgesamt 68 103 – 4,1 11 610 0,2
Unternehmen 12 032 – 9,2 1 813 – 14,2
Übrige Schuldner 56 071 – 2,9 9 797 3,5
davon:
– Verbraucher 43 955 – 3,8 7 709 2,6
– natürliche Personen als Gesellschafter 428 – 19,5 82 – 7,9
– ehemals selbstständig Tätige 1 10 120 0,8 1 758 7,9
– Nachlässe und Gesamtgut 1 568 8,4 248 6,0

Weitere Auskünfte gibt:
Michael Ziebach,
Telefon: +49 611 75 2811